Ein Leitfaden für Domainnamen für Anfänger
Was ist ein Domainname, wie unterscheidet er sich vom Webhosting und warum ist er das Fundament Ihrer digitalen Marke? Lernen Sie die Grundlagen.
Jede Website, jeder Onlineshop und jede geschäftliche E-Mail-Adresse hängt an einem Domainnamen. Er ist der Teil der Adresse, den Menschen eintippen, weitergeben und sich merken, und für viele kleine Unternehmen ist er das wertvollste digitale Gut, das sie besitzen. Trotzdem werden die Grundlagen oft schlecht erklärt. Einsteiger verwechseln Domain und Hosting, lassen den Namen auf das Konto einer Agentur registrieren oder verlieren ihn, weil die Verlängerungserinnerung an ein Postfach ging, das niemand mehr liest. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, was ein Domainname ist, wie er im Hintergrund funktioniert und wie Sie Ihre erste Domain registrieren und dauerhaft absichern.
Was ein Domainname eigentlich ist
Computer im Internet finden sich gegenseitig über IP-Adressen, etwa 192.0.2.10 bei IPv4 oder eine deutlich längere Zeichenfolge bei IPv6. Solche Zahlen kann sich kaum jemand merken, und sie ändern sich, wenn eine Website auf einen neuen Server umzieht. Ein Domainname ist eine lesbare Bezeichnung wie beispiel.de, die auf diese Zahlen verweist. Gibt jemand Ihre Domain im Browser ein, übersetzt ein Abfragesystem sie im Hintergrund in die richtige Adresse.
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Stellen Sie sich die IP-Adresse als die exakten GPS-Koordinaten eines Gebäudes vor und den Domainnamen als seine Postanschrift. Besucher müssen nur die Anschrift kennen. Ziehen Sie in ein anderes Gebäude um, ändern Sie lediglich, wohin die Anschrift zeigt, und alle finden Sie weiterhin.
Die Bestandteile eines Domainnamens
Domainnamen werden von rechts nach links gelesen, von der allgemeinsten zur spezifischsten Ebene. Die Ebenen sind jeweils durch einen Punkt getrennt.
| Bestandteil | Beispiel in shop.beispiel.de | Bedeutung |
|---|---|---|
| Top-Level-Domain (TLD) | .de | Die Endung am Schluss, verwaltet von einer Registry. Beispiele sind .com, .org, .de, .es und .tr. |
| Second-Level-Domain | beispiel | Der Name, den Sie auswählen und registrieren, in der Regel Ihre Marke. |
| Subdomain | shop | Ein optionales Präfix, das Sie selbst und kostenlos anlegen, um Bereiche oder Dienste zu gliedern. |
Sobald Sie beispiel.de registriert haben, verfügen Sie über alle darunterliegenden Subdomains wie www, blog oder mail; diese müssen Sie nicht separat kaufen. Die Endung selbst ist ein eigenes Thema. Unser Ratgeber zu Domainendungen erklärt die Unterschiede zwischen generischen und länderspezifischen TLDs.
Technische Regeln für Domainnamen
- Jedes Label darf Buchstaben, Ziffern und Bindestriche enthalten, aber nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden.
- Ein einzelnes Label darf bis zu 63 Zeichen lang sein, der vollständige Name bis zu 253 Zeichen.
- Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle:
Beispiel.deundbeispiel.desind identisch. - Internationalisierte Domainnamen (IDNs) erlauben Zeichen wie ä, ö, ü oder ß. Technisch werden sie in einer ASCII-Form gespeichert, die mit
xn--beginnt und Punycode heißt. Bei .de sind solche Umlautdomains seit Langem möglich.
Wer eine Umlautdomain nutzen möchte, sollte bedenken, dass nicht jede Tastatur im Ausland diese Zeichen bietet und manche E-Mail-Systeme IDNs noch unzuverlässig verarbeiten. Viele Unternehmen registrieren deshalb zusätzlich die Schreibweise mit „ae“, „oe“ oder „ue“ und leiten eine Variante auf die andere weiter.
Wie DNS einen Namen mit einer Website verbindet
Das Domain Name System (DNS) ist das verteilte Verzeichnis, das Namen in Adressen übersetzt. Ruft jemand Ihre Website auf, fragt sein Gerät einen Resolver, meist den des Internetanbieters oder eines öffentlichen DNS-Dienstes. Der Resolver arbeitet sich durch die Hierarchie: Die Root-Server verweisen auf die Server der TLD, diese auf die autoritativen Nameserver Ihrer Domain, und Ihre Nameserver liefern schließlich den konkreten Eintrag.
Welche Einträge Sie setzen, entscheidet darüber, wohin der Datenverkehr fließt. Ein A-Record zeigt auf eine IPv4-Adresse, ein AAAA-Record auf eine IPv6-Adresse, ein CNAME legt einen Alias auf einen anderen Namen an, ein MX-Record legt fest, welche Server Ihre E-Mails empfangen, und ein TXT-Record enthält Verifizierungs- und Anti-Spam-Daten wie SPF. Antworten werden für die im TTL-Wert festgelegte Zeit zwischengespeichert. Deshalb dauert es manchmal Minuten oder Stunden, bis DNS-Änderungen überall sichtbar sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel über DNS-Einträge.
Domain, DNS und Hosting: drei verschiedene Dinge
Der häufigste Anfängerfehler besteht darin, Domain und Website als ein einziges Produkt zu betrachten. Es handelt sich um getrennte Dienste, auch wenn ein Anbieter sie im Paket verkauft.
| Dienst | Aufgabe | Vergleich |
|---|---|---|
| Domainregistrierung | Reserviert den Namen für eine feste Laufzeit für Sie | Die Postanschrift |
| DNS-Hosting | Veröffentlicht die Einträge, die festlegen, wohin der Name zeigt | Der Wegweiser an der Kreuzung |
| Web- oder E-Mail-Hosting | Speichert Ihre Dateien, betreibt die Website oder stellt E-Mails zu | Das Gebäude selbst |
Wer diese Rollen auseinanderhält, gewinnt Freiheit. Sie können den Webhoster wechseln, ohne die Domain zu ändern, indem Sie einfach die DNS-Einträge anpassen. Sie können die Domain zu einem anderen Registrar übertragen, ohne die Website anzufassen. Und selbst wenn ein Hosting-Konto gekündigt wird, gehört die Domain weiterhin Ihnen, solange sie auf Ihren Namen registriert ist.
Wer das Domainsystem verwaltet
Die Verantwortung verteilt sich auf mehrere Organisationen. Zu wissen, wer wofür zuständig ist, hilft, wenn etwas schiefgeht.
- ICANN koordiniert den globalen Namensraum und legt Richtlinien für generische TLDs wie .com und .org fest. Die technische Verwaltung der Root-Zone wird als IANA-Funktion bezeichnet.
- Registries betreiben die einzelnen TLDs und führen das maßgebliche Verzeichnis der registrierten Namen. Verisign betreibt .com, die DENIC eG verwaltet .de und Red.es ist für .es zuständig.
- Registrare sind die Unternehmen, bei denen Sie kaufen. Sie sind bei ICANN akkreditiert oder von einer Länder-Registry zugelassen und leiten Ihre Registrierung an die Registry weiter.
- Domaininhaber sind Sie: die Person oder Organisation, der das Nutzungsrecht am Namen zusteht.
Manche Hoster und Webagenturen treten als Wiederverkäufer eines Registrars auf. Das ist unproblematisch, solange als Domaininhaber Sie oder Ihr Unternehmen eingetragen sind und nicht die Agentur.
So wählen Sie einen guten Domainnamen
Ein guter Name lässt sich leicht aussprechen und schreiben und hat einen klaren Bezug zu dem, was Sie tun. Einige praktische Hinweise:
- Kurz und gut aussprechbar halten. Wenn Sie den Namen am Telefon buchstabieren müssen, wird er garantiert falsch eingetippt.
- Bindestriche und Zahlen vermeiden, sofern sie nicht Teil Ihrer Marke sind, denn Menschen vergessen, ob „4“ oder „vier“ gemeint war.
- Vorher Markenrechte prüfen. Wer einen Namen registriert, der einer fremden Marke entspricht, riskiert Streitigkeiten, etwa nach der UDRP oder vor Gericht, und kann die Domain verlieren.
- Die Endung nach Zielgruppe wählen. Eine .com funktioniert international, eine länderspezifische Endung wie .de signalisiert lokale Präsenz.
- An die Zukunft denken. Ein Name, der an ein einzelnes Produkt oder eine Stadt gebunden ist, kann einengen, wenn das Unternehmen wächst.
Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, schlägt der TLDix Domainnamen-Generator passende Kombinationen vor, und die Domainsuche zeigt Ihnen, welche davon noch frei sind.
Die erste Domain registrieren
Die Registrierung selbst dauert nur wenige Minuten:
- Suchen Sie den gewünschten Namen und prüfen Sie, ob er verfügbar ist.
- Wählen Sie die Laufzeit. Bei den meisten Endungen sind ein bis zehn Jahre möglich.
- Geben Sie korrekte Kontaktdaten an. Name und E-Mail-Adresse des Inhabers sind wichtig, weil darüber die Inhaberschaft geprüft und Transfers bestätigt werden.
- Aktivieren Sie den WHOIS-Datenschutz, sofern Ihr Registrar ihn anbietet, damit Ihre persönlichen Daten nicht öffentlich erscheinen.
- Verbinden Sie die Domain mit Ihrem Hosting, indem Sie Nameserver oder DNS-Einträge setzen.
Achten Sie nicht nur auf den Preis im ersten Jahr, sondern vor allem auf den Verlängerungspreis. Aktionsangebote sind verbreitet, und die Verlängerung kann deutlich teurer ausfallen. Beachten Sie außerdem, dass viele Registrare und Registries einen Wechsel zu einem anderen Registrar für eine gewisse Zeit nach der Registrierung oder einem vorherigen Transfer sperren, häufig für 60 Tage.
Herausfinden, wem eine Domain gehört
Ist Ihr Wunschname bereits vergeben, zeigt eine Abfrage den Registrar, das Erstellungs- und Ablaufdatum sowie die Statuscodes. Das klassische Werkzeug dafür war WHOIS; bei generischen TLDs wurde es inzwischen durch RDAP abgelöst, das strukturierte und einheitlichere Daten liefert. Beides können Sie über die WHOIS- und RDAP-Abfrage von TLDix nutzen. Wegen der Datenschutzvorgaben, unter anderem der DSGVO, sind persönliche Kontaktdaten meist geschwärzt.
Die Domain nach der Registrierung absichern
Die meisten Domains gehen nicht durch Hacker verloren, sondern durch einfache Versäumnisse: eine abgelaufene Kreditkarte, eine Erinnerung, die an einen ehemaligen Mitarbeiter geht, oder niemand weiß mehr, in welchem Konto die Domain liegt. Ein paar Gewohnheiten verhindern fast alle diese Fälle.
- Automatische Verlängerung aktivieren und die Zahlungsmethode aktuell halten.
- Eine dauerhaft genutzte E-Mail-Adresse hinterlegen, idealerweise nicht auf derselben Domain, damit Sie Hinweise auch dann erhalten, wenn die Domain nicht mehr funktioniert.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Registrar einschalten.
- Die Transfersperre aktiv lassen, außer Sie ziehen die Domain gerade um.
- Ablaufdaten zentral im Blick behalten, zusammen mit SSL-Zertifikaten und Hosting-Tarifen, die eigene Verlängerungszyklen haben.
Läuft eine Domain doch ab, bieten die meisten generischen TLDs zunächst eine Kulanzfrist und danach eine Redemption-Phase, in der der bisherige Inhaber die Domain meist gegen Aufpreis noch zurückholen kann. Danach wird der Name gelöscht und ist für alle frei. Bei .de gelten eigene Regeln der DENIC, etwa die sogenannte Redemption Grace Period nach einer Löschung. Alle Phasen beschreiben wir in unserem Artikel über den Lebenszyklus einer Domain. Damit es gar nicht so weit kommt, können Sie Ihre Domains im TLDix Domain-Panel hinterlegen und sich vor jedem Verlängerungstermin erinnern lassen.
Zusammenfassung
Ein Domainname ist Ihre dauerhafte Adresse im Internet: Das DNS übersetzt ihn in Serveradressen, das Hosting liefert die Inhalte aus und der Registrar hält Ihre Registrierung aktiv. Wählen Sie einen klaren Namen, registrieren Sie ihn mit korrekten Daten auf sich selbst, kennen Sie den Verlängerungspreis und behalten Sie die Ablaufdaten im Auge. Mit diesem Fundament können Sie den Hoster wechseln, Ihre Website neu gestalten oder neue Märkte erschließen, ohne jemals die Adresse zu verlieren, die Ihre Kunden kennen.
